Kontraindikation der Thermotherapie

- Akute Infekte (nur bei Wärme kontraindiziert)
- Entzündungen (nur bei Wärme kontraindiziert)
- akute, heftig verlaufende Erkrankungen (nur bei Wärme kontraindiziert)
- Fieber (Ausnahme: Im Akutfall kalte Wadenwickel, evt. mit Essigzusatz)
- In Gebieten mit ausgeprägten Varizen
- Im Bereich eines Ulcus und in Wundgebieten
- Bei entzündlichen Hauterkrankungen und Hautallergien
- Tumore
- Arteria-Verbebralis-Anomalien (sofort zum Arzt ohne Behandlung)
- Herzprobleme auch in Ruhe


Besondere Vorsicht bei:

- Hämophilie
- Sensibilitätsstörungen (Diabetes, Polyneuropathien, neurologische Erkrankungen)
- Herzprobleme, die nur unter starker Belastung auftreten.


Wirkung einer Erwärmung:

- RGT-Regel: Reaktions-Geschwindigkeits-Temperatur-Regel
Bei einer Temperaturerhöhung um 10 Grad, lauft der Stoffwechsel 2 mal schneller.
- Vasodilatation: Dies führt zu einer lokalen Flüssigkeitsvermehrung, dadurch wird der Stoffwechsel nochmals beschleunigt.
- Viskosität: Diese nimmt allgemein ab, die Flüssigkeiten werden dünnflüssiger: Das Gewebe gleitet besser, die Gelenke werden dank der flüssigeren Gelenkschmiere (Synovialflüssigkeit) beweglicher.
- Schmerz: Dieser kann abnehmen durch ein verändertes Milieu.
- Senkung des Aktivitäsgrad der Fomatio reticularis, verbunden mit einer allgemeinen Entspannung und Schlafförderung.
- Erweiterung der oberflächlichen Gefässe der Haut, vermutlich über eine Freisetzung vasoaktiver Substanzen > Hyperämie.
- Senkung des Venendrucks; bei einer länger bestehenden Wärmeapplikation entwickelt sich ein Ödem.
- Der periphere Gefässwiderstand sinkt, der Blutdruck fällt ab.
- Wärmetachikardie
- Beruhigung und Vertiefung der Atmung
- Reflektorisches Lösen von Spasmen in inneren Hohlorganen: Hilfreich bei Gallenkolik/Nierenkolik
- Anregung der Peristaltik und der Sekretionsabsonderung der Verdauungsdrüsen.
- Detonisierung der Muskeln und Senkung der Eigenreflexerregbarkeit der Muskulatur.
- Einschränkung der Wärmeproduktion in der Muskulatur und den inneren Organen
- Erregung der Drüsenapparate der haut mit Förderung der Sekretion von Schweiss und Hautfett
- Anregung des Blutstromes in der Haut mit Förderung der Zufuhr von Sauerstoff und Phagozyten im betroffenen Gebiet, bessere Sauerstoffausnutzung der Haut
- Bei stagnierenden Entzündungsprozessen >Abszendierung oder Resorptionsförderung
- Wirkung von Warmanwendungen auf den Hormonhaushalt (Anregung der Hypophyse)
- Anregung der Sekretion in den Bronchien - Verstärkte Ausschüttung von Antikörpern
- Die Thermoregulationszentren senken bei Wärmezufuhr die Produktion der Wärme,
das heisst der Muskeltonus sinkt. Der Sinn eines detonisierten Muskels liegt in der erhöhten intramuskulären Mikrozirkulation, somit einer besseren Ernährung.
- Ebenso kann eine Tonuserniedrigung eine Schmerzlinderung erreichen, da eine Muskel¬verspannung sehr oft bestehende Schmerzsituation noch verschlimmert, der Schmerz wiederum die Muskelverspannung erhöht und dadurch zu einem Teufelskreis führt.
- Die Hauthyperämie ist ein Begleitphänomen der thermischen Applikationen auf der Wärmeanwendung
- Neben den thermischen Einflüssen, beeinflussen noch physikalische, mechanische, chemische und andere physiologische Komponenten den Körper.

 

Reaktionen des Körpers bei zuviel Wärmezufuhr

• Verbrennungen
• Kreislaufkollaps
• Durst (Verlangen nach kühlem Getränk)

 

Die Wirkung einer Kälteanwendung:

- Die Sensibilität nimmt ab (Nervenleitgeschwindigkeit ist verlangsamt)
- Schmerzen nehmen ab (Nervenleitgeschwindigkeit ist verlangsamt)
- Stoffwechselsenkung
- Reflektorische Vasokonstriktion der Hautgefässe (Schutzmechanismus), später Kapillarisation der Hautgefässe
- Kollaterale Blutverschiebung von der Haut zum Muskel (das Blut fliesst durch
die Muskeln, weil es nicht durch die Haut kann > oberflächliche Vasokonstriktion)
- Reflektorisch reaktive Vasodilatation (Priessnitz): Tonussenkung nach Kälteeinwirkung (Ausserdem Tonussenkung durch verlangsamte Nervenletigeschwindigkeit, weniger Information von den Muskelspindeln.)

 

Reaktionen des Körpers bei zuviel Kältezufuhr

• Unterkühlung
• Kreislaufkollaps
• Kältezittern
• Krampf, Starre (Muskelanspannung als Wärmeproduktion)

 

Wann heisse, wann kalte Wickel?


Kälte:

Anwendungsbeispiele:
- Akute Gelenkschmerzen
- Hexenschuss
- Verstauchungen
- Prellungen, Verrenkungen
- Oberflächliche Venenentzündungen
- Halsschmerzen
Ausnahmen sind die Stirn- und Kieferhöhlenentzungen, Ohrenentzündung, Bronchitis, Blasen- und Nierenbeckenentzündung > Warm behandeln


Wärme:

Sinnvoll bei chronischen Schmerzen und bei unterschwelligen chronischen Entzündungen Entzündungen die weder ausbrechen noch ausheilen Anwendungsbeispiele: (unterschiedliche je nach Patient)
- Chronische, abnützungsbedingte Gelenks - und Rückenschmerzen
- Chronische Schmerzen in steifen Gelenken
- Stirn- und Kieferhöhlenentzündungen
- Fingerumlauf
- Furunkel


Weitere Anwendung:

- Bei schwacher Durchblutung: Anregung der Durchblutung


- Kältegefühl: Erwärmung


- Für Krankheitsanfällige Organe: Stärkung der Organe, Erhöhung der Abwehrkraft


- Verspannungsbedingte Schmerzen: Entspannt die Muskeln, lindert die Schmerzen


- Nervosität, Unruhe: Beruhigt, gibt Gefühl der Geborgenheit


- Chronische Entzündungen: Lindert Schmerzen, verbessert die Durchblutung und den Abtransport von Abbaustoffen


- Magen-Darmkrämpfe: löst Krämpfe


- Träge Verdauung: Regt Verdauungsorgane an


- Chronische Gelenkserkrankungen: Entspannt die Muskulatur und Bänder, lindert die Schmerzen.